Vortrag 1

Mettnitzer

Dr. Arnold Mettnitzer

Kurzbiografie:
Psychotherapeut
geb. 19.11. 1952 in Gmünd/Kärnten
Studium der Theologie in Wien und Rom
1979 - 2001 Seelsorger in der Diözese Gurk-Klagenfurt
1991 - 1996 Lehranalyse bei Erwin Ringel und Ausbildung
zum Psychotherapeuten (Individualpsychologie) in Wien
Seit 1996 Psychotherapeut in freier Praxis in Wien
Vorträge und Seminare zu Fragen von Lebensqualität und seelischer Gesundheit

Titel der Veranstaltung:

Über die Sinne zum Sinn

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„Im Moment, da man nach Sinn und Wert des Lebens fragt, ist man krank, denn beides gibt es ja in objektiver Weise nicht“, schreibt Sigmund Freud am 13. August 1937 an seine Schülerin, Kollegin und Freundin Marie Bonaparte.
Die einen bejubeln diesen Satz, andere erblicken darin die Depression und den Zynismus eines 81-jährigen totkranken Mannes.
Arnold Mettnitzer versucht in seinem Vortrag beiden Argumentationen auf den Grund zu gehen und sich der Frage nach dem Sinn des Lebens mit naturwissenschaftlichen, neurobiologischen, philosophisch-theologischen und nicht zuletzt kreativ-künstlerischen Argumenten zu nähern.

Vortrag 2

Pluhar

Erika Pluhar

Kurzbiografie:
Nach ihrem Abitur studierte Erika Pluhar am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspiel und war
seit ihrem 20. Lebensjahr bis 1999 ständiges Mitglied des Wiener Burgtheaters. Sie wurde später
durch Film und Fernsehen im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt.
Ihre Laufbahn als Sängerin setzte während der Ehe mit André Heller ein und war vorerst nur
interpretatorischer Natur. Allmählich ging sie dazu über, die Texte ihrer Lieder selbst zu
schreiben. Dies ging Hand in Hand mit ihrer sich immer intensiver entwickelnden belletristischen
schreibenden Arbeit, die zu mehreren Veröffentlichungen führte. Heute sind ihre eigenen
Liedtexte nahezu Voraussetzung ihrer musikalischen Bühnen und Tonträgerarbeit geworden,
Inhalt und Interpretation verbinden sich auf authentische Weise.
Ebenfalls bestimmend für ihren eigenwilligen musikalischen Weg waren die Begegnung und
Zusammenarbeit mit den Musikern Antonio V. D`Almeida und Peter Marinoff, mit denen sie über
zehn Jahre lang ein ständiges TRIO bildete. Nach dem plötzlichen Tod des gebürtigen Bulgaren
Peter Marinoff, der als Gitarrist in Wien gelebt hatte, arbeitete sie mit dem portugiesischen
Pianisten und Komponisten ANTONIO V. D`ALMEIDA weiter - bis heute ein intensives
Zusammenspiel. Seine unerhörte musikalische Kompetenz und Virtuosität - die eines Musikers,
der sein Klavierstudium an der Wiener Musikhochschule absolviert hat und dessen
kompositorisches Werk der klassischen Moderne angehört - lassen die sogenannte „leichte"
Musik, die sie beide betreiben, nie ins Seichte absinken. Stimme und Instrument gehen
kammermusikalisch aufeinander ein.
In den letzten Jahren hat sich für Erika Pluhar unverhofft eine neue musikalische
Zusammenarbeit ergeben, die sich auf schönste Weise und anhaltend intensiviert. Der junge
österreichische Gitarrist KLAUS TRABITSCH wurde ihr ein musikalischer Partner, mit dem sich
trotz des Altersunterschiedes und der verschiedenartigen musikalischen Wurzeln eine kongeniale
Bühnen- und Studioarbeit herauskristallisiert hat. Vielleicht sind es genau diese
Unterschiedlichkeit und ein gemeinsamer musikalischer Atem, die solches bewirken. Klaus
Trabitsch wird mehr und mehr eine unüberhörbare musikalische Stimme in Österreich, obwohl er
sich als Komponist und Instrumentalist keiner gängigen, trendgemäßen Richtung anschließt. Auch
in diesem Punkt gibt es zwischen ihm und Erika Pluhar tiefe Einhelligkeit. Im Erschaffen ihres
gemeinsamen Liedwerkes – sämtliche Texte von Erika Pluhar, die Kompositionen zum größten
Teil von Klaus Trabitsch - sind sie in keiner Weise einzuordnen oder zu etikettieren. Da entsteht
weder das „Chancon" altgewohnt - wehleidiger Art, noch Pop. Da können die Lieder sich teilweise
sogar im Randgebiet kammermusikalischer Klassik aufhalten, und deftig bis zum Wienerisch-
Volksliedhaften herüberrreichen. In der Zusammenarbeit mit vier weiteren exzellenten Musikern
ergab sich als Folge einer CD-Erarbeitung eine so innige musikalische Übereinstimmung, dass das
von ihnen so benannte KLAUS-TRABITSCH-ENSEMBLE daraus hervorging, mit dem Erika Pluhar
ebenfalls vermehrt konzertiert.
Die Schauspielerin Erika Pluhar wurde mehr und mehr zur Autorin, in den Konzerten und
Lesungen aus dem eigenen Werk manifestiert sich diese Überschneidung ihrer Professionen sehr
deutlich.
In ihren Büchern ist sie jedoch nur noch Autorin. Ihr Interesse an menschlichen Vorgängen, das
sie einst in die Schauspielerei trieb, ist wohl auch Triebfeder ihres Schreibens.
Zur ersten Buchveröffentlichung kam es 1980 in der Reihe „Neue Frau" bei Rowohlt. „Aus
Tagebüchern" hieß das Taschenbuch, und es enthielt auch eine authentische Auswahl aus Erika
Pluhars Tagebüchern (von der Herausgeberin Angela Praesent, in Übereinstimmung mit der
Autorin, getroffen.) Dieses Buch verkaufte weit mehr als 100.000 Exemplare, und blieb bis zur
Einstellung dieser Reihe, 1999, im Programm. - Bei Rowohlt erschienen auch zwei Lieder-Bücher
– „Lieder und ihre Geschichten" und „Lieder".
Ende der Achtziger schrieb Erika Pluhar ihren ersten Roman, den sie „Als gehörte eins zum
anderen. Eine Geschichte" benannte. Er erschien 1991 bei Überreuther in Wien und wurde (vor
allem von Sigrit Löffler in der Zeitschrift „Profil") so überdimensional und vehement verrissen, daß
er ebenfalls zu einem Verkaufserfolg mit über 100.000 Exemplaren geriet. - Überreuther brachte
auch noch den Band „Zwischen die Horizonte geschrieben. Lieder, Lyrik, kleine Prosa" heraus.
Nach dem Tod ihrer Freundin Marisa Mell, deren Sterben in einem Wiener Krankenhaus sie zum
Teil begleitet und miterlebt hatte, entstand „Marisa. Rückblenden auf eine Freundschaft." Mit
diesem Manuskript blieb Erika Pluhar längere Zeit auf der Suche nach einem Verlag, bis der
damalige Verlagsdirektor von Hoffmann und Campe, Lothar Menne, spontan zugriff. Es war der
Ostermontag 1995 - erinnert sich Erika Pluhar - als er sie persönlich anrief und „Mir gefällt Ihr
Buch, ich will es machen" sagte.
Seither hat Erika Pluhar bei Hoffmann und Campe eine Reihe von Büchern herausgebracht.
1997 erschien „Am Ende des Gartens. Erinnerungen an eine Jugend", ein Buch, das von Krieg
und Nachkriegszeit, ihrer Kindheit, Mädchenzeit und jungem Frausein erzählt, symptomatisch für
viele Frauen ihrer Generation.
Danach wandte sie sich aus den autobiographischen Bezügen in die reine Erfindung und Fiktion.
Der Roman, der dabei entstand, trägt auch den bezeichnenden Titel „Matildas Erfindungen" , und
erschien im Frühjahr 1999.
Ein Jahr später folgte „Der Fisch lernt fliegen. Unterwegs durch die Jahre", eine chronologische
Sammlung von Briefen, Essays, Artikeln, Projekten, Statements, usw. aus den letzten 20 Jahren.
Aus dem Blickwinkel einer künstlerisch tätigen Frau, die ihrem öffentlichen Leben mehr und mehr
mit Verantwortlichkeit begegnete, entstand so ein Zeitbild und kulturpolitisches Dokument.
2001 erschien der Dialog-Roman „Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation?“ und wurde
für den Verlag das bisher erfolgreichste Buch der Autorin.
Werner Schneyder, Freund und von ihr hochgeachteter Zeitgenosse, bearbeitete dieses Buch
später für die Bühne. Im Oktober 2004 hoben er und Erika Pluhar das Zweipersonenstück
gemeinsam aus der Taufe, und werden es wohl noch einige Zeit lang an diversen Bühnen
spielen.
Davor aber (2003) erschien noch Erika Pluhars Roman „Die Wahl“. Politik ist ein Thema des
Buches, eingewoben in die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter. Und es geht um die
Frage der richtigen Wahl im privaten wie im öffentlichen Leben, und um Verantwortung - für die
Geschicke eines Landes ebenso, wie für das Gelingen einer Liebe.
2004 brachte Hoffmann und Campe zum 65. Geburtstag der Autorin einen ungewöhnlichen
Bildband heraus: drei mit ihr befreundete Fotografinnen - Christine de Grancy, Alisa Douer, Evelin
Frerk - und deren unterschiedlicher fotografischer Blick auf ein und dieselbe Frau bestimmen
dieses „Bilderbuch“ (so der Titel). Es enthält auch Lyrik der Autorin und bislang unveröffentlichte
Passagen aus ihren Tagebüchern.
Über zwei Jahre schrieb Erika Pluhar an ihrem neuen Roman „Reich der Verluste“. Mit diesem
Buch wird sie auch den Verlag wechseln, es erscheint im Herbst 2005 bei DuMont Literatur.

Titel der Veranstaltung:

Trotzdem

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